JUBILÄUMSINTERVIEW MIT MICHAELA MÜLLER

Wie und wann sind Sie zu MKT gekommen?

Ich bin direkt nach meiner Ausbildung zur MKT gekommen. Damals habe ich 3,5 Jahre lang eine Ausbildung zur Chemielaborantin mit Spezialisierung auf Lacke und Farben in Dresden absolviert. Leider ging mein Ausbildungsbetrieb insolvent und so suchte ich in Ohrdruf und Umgebung eine Arbeitsstätte, in der ich meinen erlernten Beruf ausüben konnte. Am 07. Oktober 1994 hatte ich schließlich einen Vorstellungstermin bei der MKT. Das Gespräch mit mir, mit anschließendem Betriebsrundgang, führte damals sogar Mathias Eschbach, der Geschäftsführer persönlich, durch und ich war total aufgeregt.

Mit Kunststoff an sich hatte ich zwar bisher noch nicht viel zu tun, aber mit Farben und Farbausarbeitungen ja schon und das reizte mich an dieser Tätigkeit. Und so kam es, dass Herr Eschbach mich fragte wann ich denn bei MKT starten könne. Ich sagte ihm, dass ich eigentlich sofort zur Verfügung stände und dann passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hätte. Er sagte: „Na wenn das so ist, dann fahren Sie nach Hause, ziehen sich um und fangen heute noch an zu arbeiten“. „OK“, dachte ich und so geschah es. Ich fuhr heim, packte meine Arbeitstasche, zog mich um und kam wieder, um meinen ersten Arbeitstag bei der MKT zu absolvieren.

Woran erinnern Sie sich aus Ihrer Anfangszeit?

Das Labor, welches mein zukünftiger Arbeits­platz wurde, hatte mit einem Labor so wie ich es kannte ja mal gar nichts tun. Deshalb packte ich auch meinen weißen Labor­kittel, den ich aus meiner Ausbildungs­zeit mit­gebracht hatte, gar nicht erst aus. Überall standen Toiletten­papier­rollen herum. Das fand ich ziemlich merkwürdig. Aber wie sich heraus­stellte, wurden diese benutzt um die Farb­spatel abzuwischen. Clever!

Ich wurde jedenfalls herzlich von allen aufgenommen und hatte schnell das Gefühl will­kommen zu sein und gebraucht zu werden. Und so arbeitete ich viele Jahre (aller­dings mit einer Baby-Pause) in der Coloristik und war für alle Farb­ausar­beitungen, sei es für neue Designs oder bestehende Aus­arbeitungen für die Fertigung, zuständig. Im Laufe der Jahre konnte ich mit­erleben, wie die MKT immer größer und größer wurde. Viele neue Kollegen (natürlich auch im Labor) kamen hinzu. Es wurde in neue Maschinen und Technologien investiert und MKT baute sogar ein zweites Werk. Ich habe dazu beigetragen und ebenfalls viele Neuerungen eingeführt. Beispiels­weise die ganze Farb-Messtechnik, die Rezeptier­software die mittler­weile gar nicht mehr wegzudenken wäre, oder auch die digitale Andruck­simulation per Proof, habe ich ins Leben gerufen. Ich konzen­trierte mich eine Zeit lang fast nur noch auf neue Farb­aus­arbeitungen (sprich Bemusterungen), hatte Kontakt zu Kunden, fuhr auf Messen, half neue Druck­walzen zu designen und führte Qualitäts­prüfungen zu unseren Produkten wie z.B. Belichtungs­prüfungen durch. Also ein großes Spektrum und ein großer Aufgaben­bereich. Die ganze Auftrags­vorbereitung für die Fertigung wickelten inzwischen meine Kollegen in der Coloristik (später auch im Schicht­betrieb) ab.

Michaela Müller im Coloristik-Büro, 2003

Wie sind Sie Leiterin der Coloristik geworden und wie lange haben Sie diese Position jetzt schon?

MKT entschied sich 2013 eine Um­struk­turierung vorzunehmen und so wurde ich die Leiterin der Coloristik für beide Werke und bin es bis heute. Zuvor war ich fünf Jahre die stell­vertretende Labor­leiterin Werk 1.

Wie setzt man sich als weibliche Vorgesetzte in der Industrie gegenüber den männlichen Kollegen durch?

Mit der neuen Funktion kam der ganze Recycling-Bereich in beiden Werken dazu und somit nahm ich die neue Heraus­forderung an, die Ver­antwortung und Leitung von 20 Mitarbeitern zu tragen, bestehend nur aus Männern aller Alters­klassen. Meine anfäng­lichen Bedenken waren allerdings völlig unbegründet. Da ich zuvor fünf Jahre lang die stell­ver­tretende Labor­leiterin war und dort auch nur mit Männern zusammen­arbeitete, war das über­haupt kein Problem. Ich hatte und habe bisher nie das Gefühl gehabt, nicht akzeptiert oder toleriert zu werden. Ganz im Gegenteil: über­zeugen kann man letzten Endes immer nur, egal ob Mann oder Frau, durch Leistung, durch Engagement und vor allem durch Team­fähigkeit.

Was motiviert Sie in Ihrem Aufgabenbereich am meisten?

Zum einen motivieren mich natürlich meine Vor­gesetzten, die meine erbrachten Leistungen wertschätz, die mir auf die Schulter klopfen und sagen „Das hast du gut gemacht!“ Ebenfalls finde ich Motivation in der Unterstützung anderer Abteilungen wie z.B. der F & E bei der Umsetzung neuer Ideen oder Projekte. Ich stehe dank meiner lang­jährigen MKT-Erfahrung beratend zur Seite, finde es aber auch gut, wenn ich als „alter Hase“ noch etwas dazu­lernen kann. Mich motiviert es, wenn meine Mit­arbeiter, genau wie ich, in stressigen oder schwierigen Situationen die Nerven behalten und ihre Arbeit stets mit einem Lächeln auf den Lippen gerne tun.

Inwiefern beeinflusst Ihre tägliche Arbeit mit Farben Ihr Privatleben?

Ich muss schon zugeben, dass ich aufgrund meiner Tätig­keit sehr auf Farben achte. Sei es in der Farb­zusammen­stellung meiner Blumenbeete im Garten oder auch bei der farbigen Gestaltung unserer Wohn­räume zu Hause. Jedes Zimmer hat ein anderes Farbkonzept. Egal wo man ist, man muss erst mal schauen was für Möbel­kanten ver­arbeitet worden und stellt man fest sie sind nicht von uns, dann werden sie besonders kritisch betrachtet und beurteilt.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von MKT?

Ich wünsche mir für MKT, dass sie weiterhin so erfolg­reich in der ganzen Welt Kanten verkauft und das Ziel einmal Markt­führer zu werden weiterhin, nicht aus den Augen verliert.

Sie ist eine unserer lang­jährigen Mit­arbeiter­innen, eine Frau die täglich ihre Kompetenz und ihren Ehrgeiz unter Beweis stellt. Dank unserer erfahrenen Coloristik-Leiterin sind unsere Farblabore auf dem neuesten Technik-Stand. Gemeinsam mit Ihrem Team haucht sie unseren Kanten die passenden Farben ein.